GaDiaKi - FAQs

FAQ-Liste zur Durchführung der GaDiaKi-Schulungskurse
im Rahmen des Innovationsfonds-Projektes Neue Versorgungsform NVF, Förderkennzeichen 01NVF24311
Stand 26.02.26
1. Was ist GaDiaKi?
Es steht für „Ganzheitliche interdisziplinäre Diabetes-Gruppenschulungen für Kinder und Jugendliche mit Typ 1-Diabetes in einem kindgerechten lebenswelt-orientierten Setting“.
Realisiert wird es durch ein Schulungskurs-Curriculum jeweils für Kinder zwischen 6-12 Jahre bzw. für 13-17 Jahre. Die Kurse finden außerhalb von Kliniken und Praxen statt. Unterstützt wird das Fachpersonal durch junge, selbstbetroffene Menschen, welche die Kinder und Jugendlichen rund um die Uhr in ihrem Diabeteshandeln anleiten, coachen und ihnen als Mentoren zur Seite stehen.
2. Was genau versteht man unter einem außerklinischen Diabetes-Schulungskurs?
Die Kurse finden in einer Freizeiteinrichtung, Jugendherberge oder einem Seminarhaus über fünf bis sieben Tage mit Übernachtung statt. So können die Kinder und Jugendlichen alltagsnah mit angemessenem Bewegungsanteil den Umgang mit ihrem Diabetes trainieren.
3. Wie kann ich als Klinik/Praxis teilnehmen?
Sie melden Sich bei gadiaki@uni-wh.de oder auf der Website www.gadiaki.de an. Für Ihre Vorbereitung der Teilnahme stehen wir jederzeit bei allen Fragen zur Verfügung.
Bei Fragen zur Durchführung der Kurse erreichen sie das Team Pro Kid e.V. unter gadiaki@prokid-herdecke.de oder telefonisch unter: 015679 787410.
4. Haben wir als Klinik genügend Ressourcen (Mitarbeitende) zur Umsetzung? Wie findet man das heraus?
Im Info-Blatt für Schulungseinrichtungen finden Sie eine Auflistung des erforderlichen Personals. Sollte es bei Ihnen absehbar personelle Probleme in der Planung geben, gibt es einen Pool an Fachpersonal, die zusätzlich als „kurzfristig Beschäftigte“ bei der Konsortialleitung angefragt und bei Ihnen eingesetzt werden können.
5. Müssen wir die Mitarbeitenden als Einrichtung selbst rekrutieren?
Ja, Sie akquirieren ihr Personal selbst und entscheiden, wer wieviel mitmacht. Sollte es relevante Personalengpässe geben, können Sie bei dem Pro Kid -Team anfragen, welches einen Pool von interessierten Einzelpersonen (u. a. Ärzte, Diabetesberater:innen) aufbaut und ihnen vorschlagen kann.
6. Wie viel Personal wird für die Durchführung eines GaDiaKi-Kurses benötigt?
Sie finden die genaue Darstellung auf der letzten Seite des Infoblattes für Schulungseinrichtungen. In dieser Aufstellung sind auch die Vorbereitungszeiten mit eingerechnet (Ärzte und Diabetesberater:innen).
7. Wo bekomme ich Auskunft über das Projekt?
Projektmanagement und -leitung:
Dr. Bettina Berger
Frau Katharina Liz
gadiaki@uni-wh.de
Projektpartner Pro Kid e.V.:
Dr. Dörte Hilgard
zuständig für alle Kurs-& Durchführungsfragen
gadiaki@prokid-herdecke.de
8. Finanzierung:
a. Die Mentor:innen werden über den BdKJ e.V. (Bund diabetischer Kinder und Jugendlicher) mit einer Übungsleiterpauschale bezahlt. Sie sind auch über den BdKJ versichert.
b. Es gibt verschiedene Formen der Mitarbeit von Fachpersonal, wie Klinikmitarbeitende und Diabetesberater:innen, die abhängig von der Struktur der Schulungseinrichtung (z. B. Klinik, MVZ, Praxis, Verein) ist. Möglich ist eine Freistellung oder die Vereinbarung eines kurzfristigen Vertrags. Die Finanzierung der Mitarbeitenden (entsprechend der üblichen Tarife) ist über die Fallpauschale pro Kind abgedeckt.
9. Organisation:
a. Was ist, wenn während des GaDiaKi-Kurses z.B. eine Neumanifestation auf die Station kommt?
In der Planung hat es sich bewährt, dass je ein/e Diabetesberater:in und eine Ärztin oder ein Arzt in der Planung optional für solche Situationen berücksichtigt wird und dann in die Klinik fahren kann.
Deshalb ist es ratsam, wenn die Unterkunft nicht zu weit von der Klinik entfernt ist.
b. Läuft der Praxisalltag in Klinik/Abulanz normal weiter?
Ja das ist in reduziertem Format möglich, z. B. mit zwei halben Ambulanztagen je nach ärztlichen Ressourcen. Dafür empfehlen sich erfahrungsgemäß die Nachmittage ab 15 Uhr. Bei 3 Ärzten in einer Einrichtung, kann auch mehr Praxis-/Ambulanzzeit angeboten werden. Aus juristischen Gründen bedarf es einer ärztlichen Erreichbarkeit während der gesamten Durchführung des Kurses.
c. Wie viele Nachtwachen braucht ein Kurs?
In den Jugendkursen müssen 4 und in den Kinderkursen 6 Nächte abgedeckt werden; à zwei Nachtwachen pro Nacht.
Die Nachtwachen können gut durch mehrere Personen abgedeckt werden. Als Qualifikation sind (Kinder-)Krankenpflegende, ggf. sind auch MFAs oder andere im Umgang mit Diabetes erfahrene medizinische Berufe geeignet. Sie benötigen ggf. vorher eine Einweisung in die Geräte und Grundlagen der Behandlung. Da einige der Mentoren in der Unterkunft auch übernachten, ist durch deren eigene Kenntnisse der Umgang mit den Insulinpumpen und Sensoren so meist doppelt sichergestellt. Pro Kid
d. Wofür sind z.B. Erzieher:innen, Zirkustherapeut:innen und Ergotherapeut:innen notwendig?
Die Erzieher:innen oder Ergotherapeut:innen sorgen für die sinnvolle Beschäftigung der Kinder in den Pausenzeiten und helfen auch bei Heimweh um dabei Gespräche und sozialen Austausch anzuregen. Auch unterstützen sie bei Aktivitäten und Ausflügen. Zirkustherapeut:innen sind eingeplant, damit die Kinder Körperwahrnehmung und Geschicklichkeit ausbauen können, dabei ihre Fähigkeit der Sportanpassung erproben.
e. Gibt es eine vorbereitende Veranstaltung für die Mentor:innen?
Der/die Mentor:in bekommen vor Beginn der Schulungskurse ein dreitägiges Vorbereitungsseminar, um Grundlagen für den Umgang mit Kindern, deren Entwicklungsaspekte kennenzulernen. Rechtliche Fragen zu klären, wie kindgerechtes Lernen funktioniert und die Grundlagen des Diabetes auf einen einheitlichen Stand vorzubereiten. Außerdem gibt es dabei einen Programmpunkt, wo die Mentor:innen bereits das Curriculum und das Diabetesteam des Studienzentrums kennen lernen.
f. Wie kann ich Mentor:in werden? Wo muss ich mich melden?
Du meldest dich über die Website www.gadiaki.de bei Pro Kid, oder nimmt direkt Kontakt auf per Email (gadiaki@prokid-herdecke.de) oder Anruf unter: 015679 787410.
Als Schulungsasstistent:in gibt es ein dreitägiges Vorbereitungsseminar, bei dem die erforderlichen Grundlagen vermittelt werden und ihr das Diabetesteam schon kennenlernt. Für inhaltliche und organisatorische Fragen der Mentor:innen stehen vorrangig die Teams des BdKJ und Pro Kid e.V. bereit.
g. Ist der Personalschlüssel vorgegeben/verpflichtend oder eine Empfehlung? Wie viel Personal wird benötigt?
Der Personalschlüssel ist vorgegeben, einige Professionen sind dabei jedoch optional. Die Fallpauschale berücksichtigt diesen Personalschlüssel der zur Durchführung des Curriculums benötigt wird. Kleinere Variationen sind je nach Ressourcen eines Teams dabei möglich. Siehe letzte Seite des Infoblattes für Schulungseinrichtungen.
h. Wieviel Gehalt ist für die Mitarbeitenden eingeplant?
Beim Initialbesuch wird ihnen als Studieneinrichtung eine Übersicht mit Personal und der Gehaltsberechnung ausgehändigt. Die Gehälter entsprechen den üblichen Tarifen der jeweiligen Berufsgruppen.
i. Brauchen die Mitarbeitenden ein Führungszeugnis?
Ja, alle Mitarbeitenden, inklusive der Schlungsasstistent:innen benötigen ein erweitertes Führungszeugnis. Das Schreiben für den Antrag bei der Behörde werden vom jeweiligen Arbeitgeber ausgestellt.
j. Muss immer ein Arzt anwesend sein?
Eine Ärztin oder ein Arzt muss, allein schon aus haftungsrechtlichen Gründen, stets in Rufbereitschaft sein, sodass er/sie schnell vor Ort sein kann. Eine
Fachperson (Ärztin, Arzt, Nachtwache, Diabetesberatrer:in) muss stets vor Ort sein. Es sind pro Kurs 1,5 Arztstellen eingerechnet. Tagsüber ist die Anwesenheit der Ärzte notwendig. Wenn die Unterkunft nah genug an Wohnort oder Klinik liegt, ist für die Nächte eine Erreichbarkeit ausreichend.
10. Kann man auch zwei Schulungseinrichtungen zu einem Studienzentrum zusammenlegen?
Ja, das ist möglich. Die vertraglichen Regelungen müssen dann jedoch klar abgestimmt sein.
11. Wenn wir mit einer anderen Einrichtung zusammenarbeiten, müssen wir uns beide anmelden?
Ja, es sind jeweils einzelne Anmeldungen der Studienzentren nötig. Eine Einrichtung wird dann von Ihnen als Hauptansprechpartner benannt.
12. Was sind die Aufgaben vom Pro Kid -Team?
Das Team von Pro Kid e.V. steht vorrangig dafür ein, alle interessierten Diabeteseinrichtungen auf dem Weg zur Durchführung und bei der Realisierung der GaDiaKi-Schulungskurse zu begleiten.
Bei der Vorbereitung werden in den einzelnen Diabetesteams sicher noch viele konkrete Fragen auftreten: dann wenden sie sich gerne beliebig oft an uns – so kann die Umsetzung auch bei Ihnen gut gelingen! Außerdem schulen wir die durchführenden Diabetesteams und beraten diejenigen Teams, welche in die Kontrollgruppe kommen.
Das Pro Kid-Team bereitet das Curriculum und eine Handreichung zur Durchführung sowie Schulungsmaterial vor. Wir sind eine Art Coach für die Diabetesschulungseinrichtungen, damit die GaDiaKi-Schulungskurse gut gelingen können. Wir wollen Ihnen Sicherheit vermitteln und stehen bei Rückfragen jederzeit für sie bereit unter gadiaki@prokid-herdecke.de oder hilgard@prokid-herdecke.de oder über Handy: 015679 787410.
13. Wie ist der Ablauf eines GaDiaKi-Schulungskurses?
Da es sich hierbei, bis einschließlich 2029, um eine Studie handelt, ist es nicht möglich vor der Randomisierung das altersgerechte Curriculum offen zu legen und ihnen den Ablauf transparent zu machen.
Grundsätzlich sieht das Curriculum jedoch ein Alltagsnahes und Selbstwirksames Diabetesmanagement der Kinder und Jugendlichen vor, bei dem das Fachpersonal und die Mentor:innen unterstützen. Der GaDiaKi-Schulungskurs ist nicht mit einer Schulungsmaßnahme in einem Krankenhaus vergleichbar.
14. Mit welchem Budget kann unsere Einrichtung für Unterkunft und Verpflegung rechnen?
In der Pauschale sind für 7 Tage Kinderkurs 7.200€ und 5 Tage Jugendkurs 4.800€ kalkuliert. Die Schulungspauschale wird pro Kind von der Konsortialleitung auf der Basis der Selektivverträge (BARMER u. IKK classic) bzw. Behandlungsverträge (alle anderen GKV-Kassen) aus der Finanzierung des Innovationsfonds bezahlt.
Stand 26.02.26
15. Wie hoch ist der erforderliche Eigenanteil für die Familien?
Es ist ein Eigenanteil von 100€ pro teilnehmendem Kind eingeplant.
16. Ab und bis zu welchem Alter kann ich Mentor:in werden?
Kinderkurse können bereits ab 17-18 Jahren betreut werden und die Jugendkurse erst frühestens ab 18 Jahren. Es gibt keine Altersgrenze nach oben. Für 17-Jährige Mentor:innen müssen die Regeln des Jugendschutzes eingehalten werden (Pausenzeiten, kein nächtlicher Einsatz). Insgesamt sind bei Jugendkursen 4-5 Mentor:innen und bei Kinderkursen 6-8 Mentor:innen geplant.
17. Ist das Vorseminar für die Mentor:innen verpflichtend?
Ja, da bei diesem Kurs die erforderlichen Grundlagen einheitlich vermittelt werden. Es ermöglicht ein erstes Kennenlernen und Austauschen mit dem Team. Die Vorbereitung ist auch vom Projektträger gefördert und die Kosten der Teilnahme werden erstattet (Fahrtkosten und Aufwandsentschädigung).
18. Können Kinder teilnehmen, wenn sie bereits vorher an Schulungskursen vor Ort teilgenommen haben?
Ja das ist möglich, wenn es kein GaDiaKi-Schulungskurs war. Die üblichen Maßnahmen einer Schulungseinrichtung werden durch das GaDiaKi-Projekt nicht beeinträchtigt.
19. Sind die 5 bzw. 7 Tage eines Schulungskurses für die Teilnehmenden verpflichtend?
Ja, die Teilnehmenden sind dazu verpflichtet den gesamten Schulungskurs anwesend zu sein, da so erfahrungsgemäß die größten Erfolge ermöglicht werden können und es das Studiendesign so vorgibt. Andernfalls wären die erhobenen Daten unbrauchbar.
20. Wann erfahren wir, ob wir die Kontroll- oder Interventionsgruppe sind?
Die Randomisierung der Schulungszentren findet 3 Monate vor dem geplanten Schulungskurs statt. Falls die Rekrutierung schneller abgeschlossen ist, kann auch ggf. schon früher randomisiert werden.
21. Wie geht es für ein Studienzentrum weiter, wenn es als Kontrollgruppe randomisiert wird?
Dann führt dieses Diabetesteam seine hausübliche Therapieform weiter durch und macht weiter wie bisher („Business as usual“). In diesem Fall ist die vorher vorgeschriebene Anzahl der Teilnehmenden einer Schulung nicht mehr verpflichtend, wenn sie beispielsweise bisher immer 3-5 Kinder bei einer Schulung hatten, machen Sie das jetzt weiter so. Erst nach Ende des Durchführungszeitraums ist dann die Durchführung eines GaDiaKi-Schulungskurses für sie realisierbar.
Für die Teilnehmenden und das Studienzentrum der Kontrollgruppe gilt jedoch weiterhin die Verpflichtung der DPV-Eingaben (Studienzentrum) und das Ausfüllen der Fragebögen (Teilnehmende Familien). Nur so kann der Erfolg der GaDiaKi-Schulungskurse am Ende (hoffentlich) nachgewiesen werden. Die Kontrollgruppe dokumentiert für die Studie sehr notwendige Daten. Diese sind zur Darstellung des Unterschieds besonders wichtig! Denn wir hoffen ja auf ein Ergebnis, welches zeigt, dass die Interventionsgruppe mit den primären Endpunkten erfolgreich ist.
22. Wie hoch ist die Vergütung für die Kontrollgruppen?
Sowohl die Diabetesteam als auch die teilnehmenden Familien erhalten Aufwandsentschädigungen bei Einschluss der Patienten und im Verlauf (zu 4 Befragungszeitpunkten). Geplant ist zusätzlich für die Vorbereitungsarbeiten der Kontrollgruppe zusätzlich eine Aufwandsentschädigung von 5.000€ (noch nicht definitiv). Die Diabetesteams der Kontrollgruppen werden das Curriculum nach Ende der Maßnahme kostenfrei erhalten.
23. Wer ist vor Ort bei den Schulungskursen verantwortlich?
Der/die den Kurs leitende Arzt/Ärztin.
24. Kann man sich von seinem Arbeitgeber freistellen lassen, um bei den Schulungskursen anwesend zu sein?
Ja, wenn der Arbeitgeber keine andere Lösung anbietet, kann man sich auch für eine solche Maßnahme freistellen lassen. Wenn man bei einem anderen Arbeitgeber als dem Studienzentrum tätig ist, gilt dies ebenfalls. Dafür kann Sonderurlaub beantragt werden. Siehe z.B. auch https://www.engagiert-in-nrw.de/sonderurlaub-und-freistellung-im-ehrenamt .
25. Welche Therapieformen sind bei den Schulungskursen zulässig?
Es gibt keine Vorgaben für die diabetologischen Therapieformen der Teilnehmenden, d. h. alle Arten der Diabetestherapie von Insulinspritze bis AID sind möglich.
26. Wann können wir die Schulungskurse anbieten?
Sie können sich bereits jetzt entscheiden, in welcher der 3 Kohorten sie ihre Schulungsmaßnahme durchführen möchten. Die Kohorten sind für ein bestimmtes Zeitfenster eingeplant. Für die Kinder und Jugendlichen ist die Durchführung in den Ferien am sinnvollsten, aber es ist auch möglich diese Kurse in der Schulzeit durchzuführen (Krankschreibung möglich, da medizinische Maßnahme).
27. Was ist, wenn die Interventionsgruppe größer als 16 Kinder oder Jugendliche ist?
Da die Kurse mit einer Fallpauschale pro Kind bezahlt werden, ist ein Kurs finanziell wirtschaftlicher, wenn er > 16 Kinder ist.
Erstellt vom Pro Kid -Konsortialteam:
Dr. Dörte Hilgard, Vivien Wortmann u. Saskia Leonhardt
